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Weihnachtsbräuche in anderen Ländern

Weihnachten – ein Fest mit vielen Traditionen. Wir kennen es als Fest der Liebe und Besinnlichkeit. Bei uns ist die Bescherung an Heiligabend. Die Geschenke bringen der Weihnachtsmann oder das Christkind.

Wie feiert man aber in anderen Ländern?

Bei unserem Nachbarland Italien ist Weihnachten ein großes Familienfest. In einigen Teilen Italiens werden die Geschenke durch “Gesû bambino” (Christkind) an Heiligabend gebracht. Ansonsten werden Kinder am Dreikönigstag beschenkt. Sie warten dann sehnsüchtig auf die hässliche, aber weise alte Hexe “Befana”, die durch den Kamin rutscht, um ein Geschenk im bereitgestellten Schuh zu hinterlassen. Das tue sie, so sagt man, weil sie in jedem Haus das neugeborene Jesuskind vermutet. “Babbo Natale”, eine Version des Weihnachtsmanns, ist in letzter Zeit häufiger geworden.

In den Niederlanden steht nicht der Heilige Abend, sondern der 6. Dezember (Nikolaustag) im Mittelpunkt. Vom niederländischen Sinterklaas sagt man, dass er das Jahr über in Spanien lebt und Mitte November mit einem Dampfschiff in den Niederlanden eintrifft, was in vielen Küstenorten jeweils nachgespielt wird. Holländische Kinder lassen ihre Schuhe vor dem Nikolausabend draußen, um sie am Morgen mit Süßigkeiten gefüllt zu finden. Dementsprechend ist der 5. Dezember in den Niederlanden der eigentliche Geschenktag. Der 25. Dezember ist mehr ein religiöses Ereignis.

Die Ortschaften in Island sind zu Weihnachten ein einziges Lichtermeer – was an den langen Nächten liegen mag. Typisch für Island sind die “Yulemen”; dreizehn seltsame Trolle, die dreizehn Tage vor Heiligabend die Bevölkerung heimsuchen. St. Thorlakur’s Day, der Tag vor Heiligabend, steht ganz im Zeichen der letzten Vorbereitungen. Der Morgen des 24. Dezember gehört in Island den Verstorbenen. Die Menschen strömen auf die Friedhöfe, um ihrer zu gedenken. Abends um sechs läuten die Kirchenglocken dann das Weihnachtsfest offiziell ein.

Weihnachten wird in Russland am 7. Januar gefeiert. Das entspricht im Julianischen Kalender dem 25. Dezember. Wie auch in den anderen Ländern Osteuropas gibt es die Tradition von “Väterchen Frost”. Dieser kommt mit seiner Enkelin und Schneemädchen in einem Schlitten, der von drei Pferden gezogen wird und bringt den Kindern Geschenke.

In Polen gehören zum Heiligabend die Weihnachtsoblaten, meist mit einem aufgeprägten Bild. Tagsüber wird gefastet, und abends kommt die Familie zum Weihnachtsessen zusammen. Das Festmahl beginnt aber erst, nachdem der erste Stern am Himmel aufgegangen ist. Das Essen besteht traditionell aus 12 Gerichten – in Erinnerung an die 12 Apostel. Es wird immer ein Gedeck mehr als benötigt aufgelegt, für einen Gast, der vielleicht unerwartet kommt. Bevor alle anfangen zu essen, werden die Weihnachtsoblaten geteilt und man wünscht sich “Frohe Weihnachten”. Das Teilen der Oblaten ist ein Zeichen dafür, das die Familie das Leben miteinander teilen will. Es ist eine Geste der Liebe und der Versöhnung. Dann setzen sich alle zum Essen. Und die Kinder hoffen unter ihrem Teller ein Geldstück zu finden.

In Schweden ist die Hauptfestivität vor Weihnachten ist das Fest der heiligen Lucia am 13. Dezember. Wie in anderen nordischen Ländern bringt der Weihnachtsmann die Geschenke an Heiligabend. Eine Besonderheit der schwedischen Weihnachten ist das Schauen eines Disney-Spezialprogramms um 15 Uhr vor dem traditionellen Julbord (schwedisches Buffet) oder des eher sarkastischen Zeichentrickfilms “Karl Bertil Jonssons julafton”

Am 24. Dezember ziehen Kinder in Griechenland mit ihren Instrumenten durch die Straßen. Mit ihren Lobgesängen (“Kalanda”) möchten sie Segen für die Häuser erwirken. Dafür werden sie von den Bewohnern belohnt. Nach Einbruch der Dunkelheit lodern zwölf Nächte lang Weihnachtsfeuer. Diese sollen kleine Kobolde vertreiben, die zur Weihnachtszeit ihr Unwesen treiben. Das größte und beste Holzscheit, das im ganzen Jahr gefunden wurde, wird bei den Weihnachtsfeuern in der heiligen Nacht verbrannt, um das Christuskind zu wärmen. Am Morgen des 1. Januar, dem Tag des Heiligen Basilius, finden die Kinder vor ihrem Bett Weihnachtsgeschenke.

In Frankreich lieferte früher Saint Nicolas seine Geschenke am 6. Dezember ab. Heute bringt Père Noël die Geschenke in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember. Er kommt durch den Schornstein und legt seine Gaben in die bereitgestellten Schuhe. Anders als der amerikanische Santa Claus trägt er ein langes, rotes Gewand mit Zipfelmütze. Seine Geschenke trägt er nicht in einem Sack, sondern – ähnlich wie bei der Weinernte – in einem Korb auf dem Rücken. Ein traditionelles französisches Festtagsgericht ist der ” Dinde aux marons”, ein mit Maronen garnierter Truthahn. Noch beliebter: “Reveillon” ein Festmahl aus Austern, Pasteten, Truthahn und Champagner, dazu gezuckerte Maronen. Geschlemmt wird die ganze Nacht vom 24. zum 25. Dezember.

In Spanien sind es traditionell die Heiligen Drei Könige, die den Kindern am 6. Januar an Stelle des Weihnachtsmanns oder des Christkinds Weihnachtsgeschenke bringen, Unartige Kinder bekommen statt Geschenken nur – essbare – Kohlestücke. In vielen spanischen Städten wird die Ankunft der Drei Könige in Form eines Umzugs am 5. Januar gefeiert.
In allen Haushalten finden sich Krippen, Weihnachtsbäume sind eher noch die Ausnahme.

In den USA ist die Bescherung traditionell am Morgen des 25. Dezember. In der Nacht vom 24. auf den 25., kommt Santa Claus in seinem Schlitten, durch den Kamin ins Haus. Auf diesem Weg gelangt er zu seinem Ziel: den “Christmas-stockings”, langen Strümpfen, die die Familie am Kamin aufgehängt hat und in die er seine Gaben füllt. Zum Aufwärmen werden ihm eine Tasse warme Milch und einige Zuckerstücke für seine Rentiere bereitgestellt.



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